Walsers Briefe

Walsers Briefe

Die Ausstellung eröffnet am 21. Oktober 2018.

 

Anlässlich des Erscheinens der Robert Walser-Briefausgabe im Suhrkamp Verlag zeigt das Robert Walser-Zentrum in Bern die Ausstellung Walsers Briefe. 

Die 951 Dokumente, von denen mehr als die Hälfte erstmals in Buchform veröffentlicht wird, bieten Einblick in Robert Walsers Lebensweise und die Bedingungen seiner Schriftstellerlaufbahn.
Besonders aufschlussreich sind die Briefwechsel von Robert Walser mit Frauen. Die größte Gruppe bilden die Briefe an Frieda Mermet, mit der er eine Art »Brief- und Spazierehe« unterhält (Peter von Matt). Ein zweites, bedeutsames Konvolut stellen die bald feinsinnigen, bald frivolen Schreiben dar, die Walser an Therese Breitbach, eine junge Verehrerin seiner Werke, richtet. Diese 20 Briefe hat das Robert Walser-Zentrum dank der Ursula Wirz-Stiftung erwerben können. In der Ausstellung Walsers Briefe, für deren Gestaltung der Künstler Yves Netzhammer mitverantwortlich zeichnet, werden sie erstmals öffentlich gezeigt.

Die Briefe an Therese Breitbach schrieb Robert Walser in den Jahren zwischen 1925 und 1932. Die 17-Jährige hatte Gefallen am Roman Geschwister Tanner gefunden und dies dem Autor mitgeteilt. Der daraus folgende Briefwechsel ist einseitig erhalten, da Walser – im Unterschied zu Breitbach – Briefe nie aufbewahrt hat.

Im Zeitraum der Korrespondenz veränderte sich Robert Walsers Leben grundlegend. 1925 erschien sein letztes Buch, Die Rose. Es folgten äußerst produktive Jahre, in denen er seine geheimnisvolle mikrografische Schreibtechnik verfeinerte und zahllose kurze Texte in Zeitungen und Zeitschriften publizierte. 1929 trat er in die Berner Heilanstalt Waldau ein. Gegenüber Breitbach bemerkte er: »Ich bin vollständig gesund und zugleich sehr ernstlich oder erheblich krank.« (Brief Nr. 850) 1933 gegen seinen Willen nach Herisau verlegt, gab er die schriftstellerische Tätigkeit auf.

Therese Breitbach heiratete, wurde Mutter und wanderte 1934 nach Brasilien aus, wo sie 1996 starb. Die Briefe, die sie von Robert Walser erhalten hatte, nahm sie auf ihre Reise mit.

Die ausgestellten Briefe sind Teil der neuen Briefausgabe: Robert Walser: Briefe. Hrsg. von Peter Stocker und Bernhard Echte, unter Mitarbeit von Peter Utz und Thomas Binder. Berlin: Suhrkamp 2018 (Werke; 1–3).

Die Ausstellung entstand mit freundlicher Unterstützung von:
Gesellschaft zu Ober-Gerwern, IttenBrechbühl AG und Pro Scientia et Arte.

Konzeption: Reto Sorg
Gestaltung: Peter Erismann
Wandzeichnungen: Yves Netzhammer
Partner: Schweizerisches Literaturarchiv der Schweizerischen Nationalbibliothek.

Vernissage

21. Oktober 2018, 12.30 Uhr im Robert Walser-Zentrum
Es spricht Lukas Bärfuss

 

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag, 13–17 Uhr
Eintritt frei, Führungen auf Anfrage