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24. September 2015

Bruno Ganz - liest Liebesgeschichten von Robert Walser.

Freitag, 23. Oktober 2015, 20.00 Uhr.

Eine Vorstellung des Casino Theaters, der Casino Gesellschaft und der Stadtbibliothek Burgdorf

1. Kat. SFr. 42.00 / 2. Kat. SFr. 42.00 / 3. Kat. SFr. 32.00 / 4. Kat. SFr. 32.00
Vorverkauf: Buchhandlung am Kronenplatz
und online unter: www.theaterburgdorf.ch

Der unfreiwillige «Räuber» aus Robert Walsers nachgelassenem «Räuberroman» (1925) gestand einmal seine Sorge: «Ich habe einen ganz entsetzlich grossen Fonds an Liebeskraft in mir!»

Damit beschrieb er das ganze Werk Robert Walsers. Es gab wirklich nur noch wenige Autoren im 20. Jahrhundert, die sich den Emotionen so bedingungslos hingegeben haben wie der Schweizer Dichter. «Wer nicht liebt», gestand er einmal während seiner Berliner Jahre (1905-1913), «hat kein Dasein, ist nicht da, ist gestorben».

Diese «Fähigkeit zu lieben» hat sich der unruhige, sensible Poet in den 30 Jahren seines schriftstellerischen Daseins bewahrt. Deshalb sind auch von mehr als tausend seiner Kurzgeschichten nahezu ein Zehntel Liebesgeschichten. Einige davon verfasste Walser in Berlin, wohin er als 27-Jähriger seinem Bruder, dem Maler und Bühnenbildner Karl Walser, aus Zürich gefolgt war. Hier begann er - zeitlebens unverheiratet - auch seine Liebeserlebnisse und Vorstellungen von Liebe aufzuschreiben. Mal verfasste er, der sich bereits zu jener Zeit als Meister der Märchenstücke im Stil des lyrischen Dramas des Fin de siècle erwies, Parabeln über die Flüchtigkeit des Glücks. Mal bildete er die Spielarten der Eifersucht ab oder nahm den «weichen Kerker der Ehe» unter die Lupe. Mal gestand er, voller authentischer Spontaneität, seine Wunschvorstellungen von der ewigen Liebe zwischen Mann und Frau ein.

 

Bruno Ganz

Der 1941 geborene Schauspieler steht seit mehr als 50 Jahren vor der Kamera und auf deutschsprachigen Theaterbühnen. Gedreht und gearbeitet hat er mit Regie-Größen wie Wim Wenders (Der Himmel über Berlin ua), Werner Herzog (Nosferatu), Volker Schlöndorff (Die Fälschung), Hans W. Geissendörfer (Die Wildente), Peter Handke (Die linkshändige Frau ua), Peter Zadek (Die Räuber ua), Peter Stein (Peer Gynt ua), Klaus Michael Grüber (Hamlet ua), Luc Bondy (Le Retour), Kurt Früh (Es Dach überm Kopf), Wolfgang Petersen (Schwarz und weiss wie Tage und Nächte), Alain Tanner (Dans la ville blanche), Eric Rohmer (Die Marquise von O.), Francis Ford Coppola (Youth Without Youth), Jonathan Demme (The Manchurian Candidate), Stephen Daldry (Der Vorleser), Billie August (Nachtzug nach Lissabon), Ridley Scott (The Counselor).

Unvergesslich seine hingebungsvolle Arbeit an die Rolle des «Faust» in Peter Steins legendärer 21-Stunden-Millenniums-Inszenierung, seine mächtige Rezitation von T. S. Eliots «Waste Land» im Tonstudio für die CD «Wenn Wasser wäre». Große Anerkennung wurde Ganz für die Darstellung von Adolf Hitler in Oliver Hirschbiegels Weltkriegsdrama «Der Untergang» zuteil. Wunderbar sein Spiel in den Filmen «Pane e Tulipani», «Vitus» und «Das Ende ist mein Anfang».

Für seine schauspielerischen Leistungen erhielt er über 30 Auszeichnungen, unter anderem den Europäischen Filmpreis, das Bundesverdienstkreuz und Anfang 2014 die Goldene Kamera. Im Februar 1996 vermachte der Schauspieler Josef Meinrad Bruno Ganz den Iffland-Ring , der seit über 100 Jahren an den jeweils «würdigsten» Schauspieler deutschsprachiger Bühnen weitervererbt wird.

Aus der Laudatio bei der Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille 2015: Sie geht an einen der bedeutendsten europäischen Schauspieler der vergangenen Jahrzehnte. Bruno Ganz wirkt in einer eigenen künstlerischen Kategorie. Mit seiner Ausdrucksfähigkeit erzielt er eine ganz besondere Wirkung und verleiht seiner Darstellung eine hohe Glaubwürdigkeit. Er ist frei von jeglicher Oberflächlichkeit und ein Maßstab für Schauspielkunst.

«Was immer auch von mir erwartet wird, ich kann nur sagen: Ich werde Ganz sein im Projekt «GANZ», und ich werde es ganz und gar sein!».