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7. January 2020

«Der Gehülfe» im Theater Basel.

Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Robert Walser.

Einen «einfachen Roman, der ja eigentlich gar kein Roman ist, sondern nur ein Auszug aus dem schweizerischen täglichen Leben», so nannte Robert Walser sein zweites grosses Prosawerk, in dem er eigene Erfahrungen als Gehilfe niederschrieb. Walsers literarisches Alter Ego Joseph Marti, ein sonderbarer Einzelgänger, nimmt seine Arbeit als Gehilfe des Ingenieurs Carl Tobler in Bärenswil auf. Marti leidet unter dem prahlerischen und launenhaften Choleriker, der in der repräsentativen Villa Abendstern residiert und mit seltsamen Erfindungen sein Geld zu machen versucht. Joseph wird als Geldeintreiber angeheuert und muss den Verfall und Untergang von Familie und Firma mit ansehen. Denn diese scheinheilige Welt ist auf Pump gebaut, hinter der glänzenden Fassade der angesehenen Familie tun sich Schuldenberge und Abgründe auf. Trotzdem mimt Tobler den grosszügigen Gastgeber und frönt dem Genuss: Zum 1. August gibt es eine rauschende Gartenparty mit fulminantem Feuerwerk, es wird gegessen, getrunken und geraucht, als gäbe es kein Morgen.

Regisseurin Anita Vulesica, langjähriges Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin, inszeniert erstmalig in der Schweiz. In ihrer Beschäftigung mit dem Stoff stellt sie den schönen Schein der Walser-Welt infrage, will die perfekte Familie in ihrer heilen Welt als Lügenkonstrukt entlarven.

Premiere: 13. Dezember 2020
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